Energiesparen verstehen
Praktisches Hintergrundwissen zu den drei Hebeln, die in privaten Haushalten am meisten bewirken: Heizung, Strom und Gebäudehülle. Die Texte sind bewusst kurz und ohne Werbeversprechen formuliert.
Heizung – das größte Einsparpotenzial
Rund 70 % des Energieverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts entfallen auf die Heizung. Vor jeder größeren Sanierung lohnt es sich, drei Stellschrauben zu prüfen: Heizkurve, Vorlauftemperatur und Betriebszeiten. Eine zu hoch eingestellte Heizkurve heizt den Vorlauf unnötig stark auf, was bis zu 15 % mehr Brennstoff verbraucht. Heizungstechniker oder eine Wärmepumpenfachkraft können die Heizkurve in 30 Minuten optimieren – die Investition amortisiert sich oft innerhalb einer Heizperiode.
Bei Wärmepumpen gilt: je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die Jahresarbeitszahl. Eine Reduktion von 55 °C auf 45 °C kann den Stromverbrauch um 20–30 % senken, ohne dass die Wohnung kälter wird – Voraussetzung sind passend dimensionierte Heizflächen.
Strom – Standby und Dauerläufer aufspüren
Standby-Verluste machen in einem typischen Haushalt zwischen 200 und 600 kWh pro Jahr aus – das sind 70 bis 200 € Stromkosten ohne Gegenwert. Mit einem einfachen Strommessgerät (Kosten ca. 15 €) lassen sich die größten Verbraucher in einem Wochenend-Test identifizieren: alte Kühlgeräte, Aquariumpumpen, immer eingeschaltete Router und Receiver, dauerhaft strahlende WLAN-Verstärker.
Ein Kühlschrank von vor 2005 verbraucht häufig das Drei- bis Vierfache eines aktuellen A-Modells. Ein Austausch lohnt sich rein wirtschaftlich nach 4–7 Jahren, je nach Strompreis.
Gebäudehülle – günstige Sofortmaßnahmen
Bevor man über Dämmung der Außenwände nachdenkt (große Investition, lange Amortisationszeit), gibt es eine Reihe günstiger Maßnahmen mit überraschend guter Wirkung: Fensterdichtungen erneuern (kostet 20–60 €, spart 3–6 % Heizenergie), Rollladenkästen abdichten (oft Wärmebrücken), Heizungsrohre im Keller dämmen (gemäß GEG ohnehin verpflichtend) und Heizkörper hinter Verkleidungen freilegen.
Eine Thermografie-Aufnahme im Winter macht Wärmeverluste sichtbar – viele Energieagenturen bieten das mit kommunaler Förderung kostenfrei oder unter 50 € an.