Energiewissen

CO₂-Preis: warum fossiles Heizen teurer wird

2 Min. Lesezeit Stand der Angaben: August 2026

Seit 2021 gilt in Deutschland ein CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe, geregelt im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Er wird pro Tonne CO₂ erhoben und landet über den Brennstoffpreis auf Ihrer Heizkostenrechnung.

Wie viel CO₂ Ihre Heizung freisetzt

Der Umrechnungsweg ist einfach. Entscheidend ist der Emissionsfaktor des Brennstoffs:

  • Heizöl: rund 0,27 kg CO₂ je kWh
  • Erdgas: rund 0,20 kg CO₂ je kWh
  • Fernwärme: je nach Erzeugung sehr unterschiedlich, oft um 0,20 kg
  • Holz und Pellets: in der Bilanz sehr niedrig angesetzt
  • Strom (Wärmepumpe, Direktheizung): nach deutschem Strommix rund 0,38 kg je kWh – bei einer JAZ von 3,2 entspricht das aber nur etwa 0,12 kg je kWh Wärme

Ein Altbau mit 22.000 kWh Erdgas im Jahr verursacht damit gut 4,4 Tonnen CO₂. Bei Heizöl wären es etwa 5,9 Tonnen. Jeder Euro pro Tonne CO₂-Preis schlägt bei diesem Haus also mit ungefähr 4,40 bis 5,90 € im Jahr durch.

Der Preispfad und die Zäsur 2027

Bis 2026 bewegt sich der nationale CO₂-Preis in einem gesetzlich festgelegten Korridor – planbar und politisch gesetzt. Ab 2027 ist der Übergang in den europäischen Emissionshandel EU-ETS2 vorgesehen. Dann bildet sich der Preis am Markt über eine begrenzte Menge an Zertifikaten.

Was das preislich bedeutet, ist offen. Viele Institute erwarten deutlich höhere Werte als im nationalen Korridor, weil die Zertifikatmenge sinkt und Gebäude wie Verkehr gemeinsam nachfragen. Andere verweisen auf Preisdämpfungsmechanismen. Verlässlich ist nur die Richtung, nicht die Höhe.

Deshalb kennzeichnet unsere CO₂-Preis-Übersicht alle Werte ab 2027 ausdrücklich als Szenario. Sie ist keine Prognose und keine Grundlage für eine Finanzierungsentscheidung – sie zeigt, welche Größenordnung an Mehrkosten im Raum steht.

Was folgt daraus praktisch

Der CO₂-Preis verändert die Vorzeichen einer Investitionsrechnung. Wer heute Öl oder Gas mit heutigen Preisen gegen eine Wärmepumpe rechnet, unterschätzt die fossile Seite systematisch: Deren Kosten steigen über die Nutzungsdauer, die Stromseite ist von diesem Aufschlag nicht betroffen.

Genau dafür gibt es in der Analyse die Zehn-Jahres-Bilanz. Sie stellt „fossil bleiben, inklusive steigendem CO₂-Preis“ gegen „Wärmepumpe“ – bewusst ohne Investition und Förderung, damit der Betriebskostenunterschied für sich sichtbar wird. Den Strompreis hält sie konstant, was konservativ zugunsten der fossilen Variante ist.

Und die Entlastung?

Die Einnahmen aus dem CO₂-Preis sollen an Bürger und Wirtschaft zurückfließen. Bei Mietverhältnissen gibt es zudem ein Stufenmodell, das die Kosten nach der energetischen Qualität des Gebäudes zwischen Vermieter und Mieter aufteilt: je schlechter der Zustand, desto höher der Anteil des Vermieters. Für selbstnutzende Eigentümer greift diese Aufteilung nicht – dort landet der volle Betrag auf der eigenen Rechnung.

Kurz gefasst

  • Heizöl liegt bei etwa 0,27 kg CO₂ je kWh, Erdgas bei rund 0,20 kg.
  • Ein Altbau mit 22.000 kWh Gas verursacht gut 4,4 Tonnen CO₂ im Jahr.
  • Bis 2026 gilt ein gesetzlicher Preiskorridor, ab 2027 der Marktpreis im EU-ETS2.
  • Werte ab 2027 sind Szenarien, keine Prognosen.
  • Wer fossile Heizkosten ohne CO₂-Pfad rechnet, unterschätzt sie über die Nutzungsdauer.

Stand der Angaben: Juni 2026. Emissionsfaktoren nach Umweltbundesamt, Preispfad nach BEHG sowie den Regelungen zum EU-Emissionshandel ETS2. Szenariowerte sind marktabhängig und unverbindlich.

Auf Ihr Haus angewendet

Rechnen statt schätzen

Die Analyse übersetzt Ihre Verbrauchswerte in eine Effizienzklasse, priorisierte Maßnahmen und – bei Öl oder Gas – eine Zehn-Jahres-Bilanz gegen die Wärmepumpe.

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